Der Odenwaldklub flog dem Frühling entgegen
Zweiwöchige Wanderreise an die Algarve

52 Wanderfreunde machten sich am frühen Morgen des 16. März 2011 auf den Weg zum Frankfurter Flughafen, um die Reise nach Portugal anzutreten. Ziel war der Flughafen in Faro. Ein Bus brachte die Teilnehmer zum ca. 35 km entfernten Hotel Riu Guarana in Olhos de Agua nahe Albufeira.
Nach Bezug der Zimmer und einem ausgiebigem Frühstück wurde sogleich die Gegend erkundet und der beste Weg zum Strand bei einem ersten Spaziergang gesucht. Natürlich ging der Rückweg nicht ohne kleine Klettereien und einige nasse Füße ab, denn mittlerweile war durch die Flut ansteigendes Wasser und man mußte sich einen trockenen Weg suchen. Später trafen sich alle auf der Hotelterrasse bei Kaffee und Kuchen, kleinen Snacks und kühlen Getränken wieder. Nach dem abendlichen Buffet waren alle recht müde und sehnten sich nach Ruhe.
Am nächsten Morgen startete der für alle Touren gemietete Bus 8.45 Uhr mit den Wanderern und einem örtlichen Wanderführer nach Alvor, einem schönen kleinen Fischerstädtchen.
Wie immer beim OWK kann sich jeder Teilnehmer aussuchen, ob er die große oder kleine Tour gehen möchte. Der Wanderführer Thomas gab jeweils vor Abfahrt des Busses die Route, Schwierigkeitsgrad, ungefähre Anzahl der km bekannt. Auch für Teilnehmer mit momentan sehr eingeschränkter Beweglichkeit wurde eine Lösung gefunden: Sie blieben in der Nähe des Busses an den jeweiligen Zielorten der täglichen Wanderungen und konnten dort schöne Spaziergänge und Besichtigungen machen. So hatte jeder Wanderfreund spezielle Erlebnisse und niemand war über- oder unterfordert.
Die Wanderung führte ein Stück durch Alvor und dann dem Strand entgegen. Fantastische Felsentürme ragen aus dem Meer und dem Strand. Wir kraxelten auch die Steilküste empor und hatten dort während des Wanderns wunderbare Ausblicke. Eine vielfältige Blütenpracht begeisterte uns. Später ging es wieder an den Strand zurück und über die Praia da Rocha bis zur Flußmündung des Rio Arade in Portimao. Dort war gemeinsamer Treffpunkt und der Bus nahm alle Teilnehmer wieder auf.
Der nächste Wandertag führte über Vale do Lobo und Quinta do Lago ins Naturschutz- und Vogelrastgebiet Ria-Formosa, dem westlichen Ende der Sandalgarve. Hier gibt es einige Golfplätze, die zu den schönsten Europas zählen.
Auch eine Tagesfahrt nach Sevilla stand auf dem Programm. Es ist eine beeindruckende Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten, die man in den wenigen Stunden, die dort verbracht wurden, überhaupt nicht alle bestaunen konnte. Die Kathedrale, sie ist  die größte gotische Kathedrale der Welt, hat alle sehr beeindruckt. Ein Spaziergang durch das Historische Centrum Barrio Santa Cruz mit Stadtmauer, dem Königspalast Alcazar und vielen engen Gäßchen und schönen Parkanlagen ist auch gut angekommen. Zum Schluß noch eine kurze Einkehr und eine gemeinsame Bootsfahrt, auf dem Guadalquivier. Hier startete Columbus zur Entdeckungsfahrt nach Amerika.
Auf der langen Rückfahrt mit dem Bus wurden die Erlebnisse des Tages verarbeitet.
Auch die nicht verplanten, d.h. freien Tage wurden je nach Interessen entweder mit Stadterkundungen, Strand- und Küstenwanderungen, am hoteleigenen Pool oder mit den Animateuren bei Bingo o.ä. verbracht. Abends traf man sich wieder beim Essen oder später in der Bar.
Eine der schönsten Küstenwanderungen mit Thomas begann in Benacil. Er machte uns auf besondere Pflanzen, wie viele kleine Orchideenarten aufmerksam. Es wurde von Benacil aus zur Praia da Marinha durch die Felsalgarve immer auf und ab die tief eingeschnittenen Barrancos durchquert und dabei gab es immer die schönsten An- und Aussichten. Am Rande der Felskante konnte es schon gefährlich bröckelig werden aber man hatte den Blick hinunter auf bizarre Felstürme und verborgene Strände. Zum Abschluß wurde die auf einer kleinen Landzunge liegende Kapelle Senhora da Rocha besichtigt und dann noch ein Spaziergang nach Amacao de Pera, gemacht, wo der Bus und die Wanderer der kleineren Tour auf den Rest der OWKler warteten.
Eine weitere Fahrt bzw. Wanderung brachte uns in die Serra Monchique, ein Mittelgebirge im Hinterland der Algarve. Während die Gruppe der großen Wanderung mit Thomas den Picota (773 m) bestieg, wanderten die anderen OWKler weiter unten durch eine üppige Vegetation. Oleander-, Orangen-, Mimosen- sowie Erdbeerbäume u.v.m. säumten ihren Wanderweg. Die "Bergbesteiger" kamen an Korkeichen- und Eukalyptuswäldern vorbei. Danach ging es dem Gipfel auf größeren Steinplatten entgegen. Oben angekommen gab es ein "Berg Heil",  Rucksackverpflegung und dazu eine leider etwas trübe Aussicht über die Landschaft. Nach dem Abstieg trafen alle wieder zum vereinbarten Treffpunkt ein.
Ein weiterer Höhepunkt war eine Tagesfahrt nach Lissabon. Leider war die Zeit wieder viel zu kurz, um alles genießen zu können. Die übliche Stadtrundfahrt mit kurzen Besichtigungspausen, die Ponte de 25. Abril, die der Golden Gate Bridge in San Francisco ähnelt, der Platz Rossio, eine Fahrt mit der "gelben Bahn" Linie 12, einige Zeit zur freien Verfügung und schon wartete der Bus wieder für die Heimfahrt. Wir überfuhren jetzt die Vasco da Gama Brücke gleich neben dem Park der Nationen. Mit ihren 17 Kilometer Länge sie die längste Brücke Europas. Die Hauptöffnung ist unter dem Schrägseilbrücken-Teil, der den Fluss Tejo direkt am Expo-Gelände überspannt. Es war ein sehr interessanter Tag und es mußten viele neue Eindrücke verarbeitet werden.
Ein neues Ziel war Sagres (mit Festungsanlage von Heinrich dem Seefahrer) und Cabo de São Vicente, der südwestlichsten Ecke Europas. Hier steht der lichtstärkste Leuchtturm des europäischen Festlandes auf einer ca. 60 m hohen Steilküste. Es war beeindruckend, dort zu stehen und den Wellen des Atlantiks zuzusehen. Die Fahrt ging weiter nach Carrapateira Praia. Eine hügelige, baumlose, mit Zistrosen,  Polsterstauden, Steinen und Sand übersäte Landschaft (Naturschutzgebiet) öffnete sich zum Meer hin zu einem großen, weitläufigen Strand. Zum Abschluß ging es noch einmal über Monchique auf den Foia (902 m), wo wir eine wunderbare Fernsicht hatten.
Eine weitere Wanderung startete in Silves (frühere Hauptstadt der Algarve). Von der Festung aus führte ein schmaler Weg an einer Levada entlang, mit einer Pause am Rio Arade bis Falacho zum Restaurant Mira Rio (da kehrte der OWK vor sieben Jahren schon einmal ein).
Eine schöne Erinnerung an diese Zeit brachte auch ein Besuch in Lagos. Da startete dieses Mal die Wanderung. Über Praia de Mos hinauf zum Obelisk (109 m), der höchsten Stelle der Algarve. Dann folgte der Abstieg nach Luz. Da nahm der Bus alle OWKler wieder auf und zum Abschluß gab es noch einen kleinen Stadtbummel in Lagos.
Die Wanderer der großen Tour legten in diesen herrlichen Tagen 60 km  zurück, die Wanderer der kleinen Tour entsprechend weniger. Einige Unentwegte brachten es auf zusätzlich 40 km.
Der letzte Tag begann mit einem gemütlichen Frühstück, danach Kofferpacken und ein letzter Spaziergang am Strand, bevor der Bus die Wanderer zur Fahrt nach Faro zum Flughafen abholte.
Zwei erlebnisreiche Wochen waren zu Ende.
Die Planung und Durchführung dieser Reise lag wie immer in den bewährten Händen von dem 1. Vorsitzenden des OWK, Fritz Walleczek, dem alle dafür herzlich dankten.
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